Aktuell erreichen mich viele Fragen zum Thema „Erstellen eines Online-Kurses“. Die Menschen konzentrieren sich verständlicherweise mehr auf ihre Unternehmens-Präsenz im Internet und erkennen die Chance, die darin liegt.

Das Erstellen erfolgreicher Online-Kurse ist eine Strategie mit enorm viel Potenzial.
Alles, was ihr im Kern benötigt, ist

  • das Wissen über das, was euch am Herzen liegt
  • eine professionelle Website und
  • natürlich genug Zeit 😉

Unabhängig von der Größe eures Unternehmens kann das Anbieten von Online-Kursen nicht nur euer Einkommen, sondern auch die Zahl eurer „Follower“ erheblich steigern. 

Wenn du ein Solopreneur (eine Einzelperson, die unternehmerisch handelt, Chancen erkennt und mutig ergreift) bist, dann kannst du z.B. mit einem Email-Kurs beginnen und – wenn du genügend Material hast – zu einem LMS (Lernmanagementsystem) erweitern oder deine Kurse auf Online-Kursmärkten anbieten. Natürlich kannst du – gute Planung vorausgesetzt – auch gleich mit einem LMS beginnen.

In diesem Beitrag möchte ich mit dir die Schritte zur Erstellung erfolgreicher Online-Kurse durchgehen.

Der Prozess ist – egal welchen Umfang dein Kurs hat – derselbe. Der Erfolg deiner Online-Kurse wird davon abhängen, wie gut du deine Zielgruppe kennst und ob du wirklich ein Bedürfnis bzw. ein Problem im Leben dieser Menschen erfüllen oder lösen kannst.

Fangen wir an.

Wähle ein Thema für deinen Online-Kurs

Bevor du einen Online-Kurs zum Verkauf oder Verschenken im Austausch gegen eine E-Mail-Adresse erstellst, musst du das zentrale Thema bestimmen.

Wahrscheinlich wirst du bereits in einem bestimmten Berufsfeld tätig sein, also hoffe ich, dass du bereits eine Branche gewählt hast, die dir am Herzen liegt.

Je besser deine „Herzens-Verbindung“ du diesem Inhalt ist, desto einfacher wird es sein, den Kurs zu erstellen. Wenn du in einem breiten Feld arbeitest, hast du vielleicht eine Reihe von Themen, die du leidenschaftlich gern behandelst. Beginne mit dem Thema, über das du am meisten weißt, um deinen ersten Kurs zu erstellen. Von dort aus kannst du später weitere Kurse hinzufügen.

Falls du schon gut in deiner Branche etabliert bist und vielleicht schon einen gewissen „Experten-Status“ besitzt, ist es eine Überlegung wert eine Lernplattform für Menschen zu erstellen, die auf demselben Weg wie du unterwegs sind – nur eben erst am Anfang stehen.

Beispiel: Ich – als langjähriger, freiberuflicher Grafiker & Webdesigner, könnte eine Lernplattform für angehende Freelancer auf die Beine stellen, deren Ziel es ist ein selbständiges Business im Bereich Webdesign zu gründen. Auf dieser Lernplattform könnte es Kurse für Grafik&Design, Marketing, eCommerce, Newsletter-Marketing etc. geben. Dabei könnte ich natürlich auch Kooperationspartner für bestimmte Themenbereich mit an Bord holen.

So ein Projekt ist natürlich eine Nummer größer, aber du verstehst den Punkt …

Marktforschung betreiben

Wenn du ein Thema gewählt hast, musst du sicherstellen, dass die Nachfrage da ist.
Innerhalb eines Themas kann es Bereiche mit hoher Nachfrage und andere mit wenig Nachfrage geben.

Nehmen wir zum Beispiel an, ich habe das Thema „Gestaltung von Grafiken für meine Website“ ausgewählt. Ein Titel mit hoher Nachfrage könnte lauten: „Wie man mit Canva hoch konvertierende Grafiken für soziale Medien erstellt“, während ein Titel mit geringer Nachfrage lauten würde: „Wie man eigene Website-Grafiken erstellt“. Auch wenn es sich um dasselbe Thema handelt, ist der erste Titel besser und konkreter formuliert.

Woher du weißt, ob die Nachfrage für dein Kursthema stark ist

Der erste Schritt bei der Durchführung von Marktforschung ist es, dein Thema bei Google einzugeben und zu schauen, was dabei herauskommt. Verwende dabei deinen potenziellen Titel als Frage. Probiere unbedingt Variationen derselben Frage aus und achte darauf, was Google in der Suchleiste vorschlägt.

Stelle Fragen zu deinem Thema in sozialen Netzwerken wie Facebook oder LinkedIn und frage deine bestehenden KundInnen/KlientInnen welche Themen für sie interessant wären.

Finde Antworten auf diese Fragen:

1. Handelt es sich um ein Thema, über das die Leute online sprechen?
2. Werden online Fragen dazu gestellt?
3. Kannst du eine Nische im bestehenden Angebot finden und kann dein Thema diese Nische bedienen?

Wähle ein passendes Kurs-Format

Wenn du deine Nische und dein Thema gefunden hast, ist es an der Zeit, die Art des Online-Kurses zu wählen, den du anbieten wirst. Es gibt eine Reihe verschiedener Kurs-Formate. Die Hauptunterschiede finden sich in der Länge des Kursmaterials und der „Tiefe“ des angebotenen Materials.

Hier die wichtigsten Arten von Online-Kursformaten:

1. Zertifizierungskurs

Ein Zertifizierungskurs ist eine Sammlung von Kursen oder Lektionen zu einem Thema, das vertieft und ausführlich behandelt wird. Diese Kurse werden in der Regel von großen Bildungsplattformen angeboten und bieten normalerweise ein Abschlusszertifikat, das die Teilnehmer z.B. aus beruflichen Gründen benötigen. Beispiele dafür sind etwa die „Hubspot Academy“ oder „LinkedIn Learning“.

2. Masterclasses

Eine Masterclass ist eine Reihe von Lektionen zu einem bestimmten Thema, in denen du dein ganzes „Expertenwissen“ weitergibst. Ähnlich einem Zertifizierungskurs, aber viel detaillierter auf ein bestimmtes Thema ausgerichtet. Eine bekannte Plattform dazu ist die „Masterclass“.

3. Online-Kurse zum Selbststudium

Diese Online-Kurse sind eine der häufigsten Formen um zu beginnen. Du erstellst einen Kurs und verkaufst ihn. Der Nutzer lernt dann in seinem eigenen Tempo. Der Kurs kann aus drei langen oder zehn kurzen Lektionen bestehen … das liegt bei dir. Wenn du im Vorfeld eine gute Marktstudie durchgeführt hast, solltest du wissen, was bei deinen InteressentInnen am besten ankommt.

4. Personalisierte Online-Kurse

Personalisierte Kurse können schwieriger zu verkaufen sein, aber du kannst dafür auch einen höheren Preis verlangen. Die Idee ist die gleiche wie bei jedem anderen Kurs, aber diese Kursform schließt eine individuelle, persönliche Betreuung zusätzlich zum gelieferten Material mit ein. Dies kann eine gute Wahl für ein Kursthema sein, das menschliche Interaktion erfordert, wie z.B. Sprachkurse, Tanzen lernen, Verkaufs- oder Kommunikationstraining etc. Diese Interaktion kann per Sprach- oder Videochat stattfinden.

5. Mini-Kurse

Mini-Kurse werden am häufigsten angeboten. Viele Webseitenbesitzer erstellen Mini-Kurse um Abonnenten für ihre Mailingliste zu sammeln. Wenn du noch nie einen Kurs erstellt hast, ist das der einfachste Weg, um zu beginnen. Die Idee dahinter ist es, ein bestimmtes Thema schnell und kompakt auf den Punkt zu bringen und eine gute Lösung für ein Problem zu präsentieren. Diese Mini-Kurse sind entweder kostenlos (gegen Email-Adresse) oder für wenig Geld zu haben, aber wenn du hunderte davon verkaufen kannst, kommt auch eine Menge zusammen …

Erstelle die Inhalte für deinen Online-Kurs

Dein Kurs sollte aus einer Mischung von schriftlichen und visuellen/auditiven Inhalten bestehen. Wenn du etwa ein Video für jede Lektion planst, füge dieser wenn möglich ein PDF zum Download bei. Wenn es sich um eine Anleitung für Grafikdesign handelt, biete z.B. Beispieldateien zum Bearbeiten an. Eine Meditation kann in gesprochener und zusätzlich in ausgedruckter Form bereitgestellt werden.

1. Beginne mit einer Gliederung

Der erste Schritt ist die Erstellung einer Gliederung. Ordne die Inhalte nach Kategorie, Kursthema und Lektion. Z.B. Flamenco – Flamenco für Kinder – Lektion 1 „Grundschritte“.
Diese Einteilung wird übrigens oft innerhalb des LMS (Lernmanagementsystems) der Website verwendet.
Beachte, dass jede Lektion ungefähr die gleiche Zeit in Anspruch nehmen sollte, damit der Kurs ausgewogen und leicht zu verfolgen ist. Vergiss auch nicht, eine Einführung hinzuzufügen, in der du dich vorstellst und erklärst, was in dem Kurs enthalten sein wird.

2. Stell das Material zusammen

Es kann sein, dass du bereits einen Großteil der benötigten Inhalte in deinem Blog, in bereits veröffentlichten eBooks oder in alten Worddokumenten auf deinem PC hast. Mit einer Überarbeitung oder einem visuellen Redesign kannst du dir viel Zeit sparen. Wenn du Videos für einen Kurs erstellst, stelle sicher, dass du für alle Videos das gleiche Setup verwendest. Ändere z.B. den Kamerawinkel nicht drastisch von einem Video zum anderen. Bleibe (auch bei Textdokumenten) einheitlich.

Nimm dir genug Zeit und sei gründlich. Du möchtest ja deinen Interessenten etwas Wertvolles bieten. Gib Tipps und Tricks weiter, die sie vielleicht nirgendwo anders finden.

3. Führe einen Beta-Test deines Kurses durch

Bevor du deinen Kurs offiziell startest oder das passende Kurs-System auswählst (darauf komme ich gleich), führe mit einigen Personen einen Beta-Test durch. Frage ein paar treue Kunden (event. Freunde oder Bekannte), ob sie bereit sind, das Kursmaterial zu testen. Wähle aber diejenigen aus, die deinem Idealkunden für diesen Kurs am besten entsprechen. Nachdem diese Personen sich die Videos und das schriftliche Material angesehen haben, frage sie nach ihrer ehrlichen Meinung. Passe das Material entsprechend an oder ändere es entsprechend.
Danach ist es an der Zeit auszuwählen, über welche Plattform dein Kurs angeboten werden soll.

Wähle eine Plattform für deinen Online-Kurs

So wie es verschiedene Arten von Kursen gibt, so gibt es auch verschiedene Möglichkeiten diese zu verbreiten. Vom einfachen Email-Minikurs bis hin zu einem umfassenden Videokurs auf großen Online-Kursplattformen. Werfen wir einen Blick auf die verfügbaren Optionen um deinen Kurs anzubieten.

1. E-Mail

Email-Kurse sind die häufigste Form, besonders wenn du gerade erst mit Online-Kursen beginnst. Ein Email-Kurs kann über einen Email-Provider und einem segmentierten Email-Trichter (sog. Funnel) eingerichtet werden. Ein „Funnel“ ist eine Marketing-Strategie, um aus einer größeren Menge an Website-Besuchern eine kleinere Menge an Interessenten und Kunden herauszufiltern.

Tatsächlich ist ein Email-Kurs eine gute Möglichkeit, einen erfolgreichen Funnel zu erstellen. Es ist auch eine ziemlich einfache Möglichkeit, Email-Adressen für deine Mailingliste zu sammeln. So ein Email-Kurs kann sogar kostenlos sein. Es liegt an dir und deinem Business, wie viel „Verkaufsinhalte“ du in so einem Kurs integrieren willst. Auf jeden Fall solltest du dabei mit Fingerspitzengefühl vorgehen. Die Leute sind nicht dumm. Sie wissen, dass nichts umsonst ist, aber wenn du wertvolle Inhalte lieferst, sind sie auch bereit etwas zurückzugeben.

Email-Kursmaterial wird normalerweise einmal täglich oder einmal wöchentlich versandt. Ein täglicher Versand ist in der Regel besser. Wenn du Kursmaterial einmal pro Woche versendest, verlieren manche Menschen das Interesse (außer du hast sehr umfangreiche Inhalte, die viel Zeit für Selbststudium benötigen).

2. WordPress-Plugins / Lernmanagement-Systeme

Wenn du bereits eine WordPress-Site hast, kannst du ein LMS-Plugin hinzufügen, um deine Website in einen Online-Kursraum zu verwandeln. Es gibt eine Reihe verschiedener LMS-Plugins mit ähnlichen Funktionen aber unterschiedlichen Optionen (z.B. mit Zertifikats-Erstellung, verschiedene integrierte Zahlungsanbieter, Verbindung mit Woocommerce etc.) an. Hier musst du je nach deinen Erfordernissen auswählen. Zu den bevorzugten LMS-Plugins für WordPress gehören LifterLMS und LearnDash.

3. Externe Plattformen

Wenn du es vorziehst deine Online-Kurse von deiner Website getrennt zu halten, kannst du eine externe Plattform wählen. Einen Vergleich findest du HIER

4. All-in-One-Plattformen

Darüber hinaus gibt es einige Plattformen, auf denen du eine Website und eine Online-Kursplattform an einem Ort haben kannst. Eine allzeit beliebte Option in dieser Kategorie ist Kajabi. Das hat allerdings seinen Preis 😉

5. Online-Kursmarktplätze

Die letzte Möglichkeit besteht darin, deine Kurse auf Plattformen wie Udemy anzubieten. Dort hast du allerdings keine Kontrolle über Design und Branding deines Kurses, da dieser nur ein kleiner Teil einer riesigen Sammlung ist. Außerdem behält die Plattform natürlich einen Teil deiner Einnahmen. So ein Marktplatz wird für die wenigsten Solopreneure eine Option sein, aber der Vollständigkeit halber erwähne ich es …

Mache Werbung für deinen Online-Kurs

Wenn du einen Kurs startest, bewirb ihn konsequent. Verwende als Basis eine Landing Page und verlinke von deiner Website, deinem Blog, von Beiträgen auf Facebook oder sonstigen Publikationen darauf. Erstelle Inhalte rund um deinen Kurs, überlege dir Facebook-Werbung zu schalten, versenden Newsletter dazu, poste in sozialen Medien mit und fügen einen Link zur Landing-Page in deine Email-Signatur ein. Menschen werden deinen Kurs nur dann finden, wenn du ihn (und dich selbst) sichtbar ins Licht stellst.

Zusammengefasst

Wenn du gründliche Marktforschung betrieben, eine Nische gefunden und ein Problem zusammen mit deiner gelieferten Lösung identifiziert hast, dann sollte dein Kurs erfolgreich sein. Nach dem ersten Online-Kurs erstelle einen weiteren und mach letztendlich eine Serie daraus.

Ja, manchmal kommen die Kurse nicht richtig „in die Gänge“. Oft ist aber nur eine Feinabstimmung des Titels, eine Änderung an der Plattform oder ein Redesign des Materials notwendig, um wirklich erfolgreich zu sein.

Deswegen betone ich hier noch einmal die Wichtigkeit eines guten Beta-Tests!

Bist du bereit den Sprung zu wagen? Wann, wenn nicht jetzt?

Ich wünsche dir alles Gute!
Wenn du Fragen haben solltest, kannst du mir gerne schreiben an office@derstieglitz.at

Chris

Featured image by Irina Strelnikova / shutterstock.com . Die Informationen dieses Beitrags stützen sich auf den Artikel: How to Create Successful Online Courses by Orana Velarde / elegantthemes.com.