Bist du ein Opfer?

Kannst du dich an „Upps! – Die Pannenshow“ erinnern?

Gezeigt wurden dort Homevideos mit vielen kleinen und größeren Pannen.

Ich habe das immer gern angesehen. Viele Videos waren echt komisch, andere wieder extrem peinlich.

Manchmal, wenn ich Webseiten sehe, geht es mir ähnlich.

Viele Texte bewegen sich zwischen komisch und peinlich.

Warum?

Weil viele, die ihre Dienstleistungen oder Produkte online verkaufen wollen einen großen Fehler machen. 

Einen Fehler, der potentielle Kunden verscheucht wie ein Bulldogge im Vorgarten.

Welcher Fehler das ist? 

„Opfer-Marketing“.

Was das ist? Ein Beispiel …

Ich verwende für meine Web-Agentur einige kostenpflichtige Services, z.B. für die Rechnungserstellungen, Zeiterfassung, Web-Hosting etc.

Vor einiger Zeit kam von einem dieser Anbieter folgende Mitteilung:

„Wegen steigender Kosten erhöhen wir die Servicegebühren.“

Das ist ein Armutszeugnis.

Anstatt zu sagen:

„Wir haben zu wenig Kunden, wir arbeiten nicht gut genug um die Kosten zu senken, wir haben Geschäftsführer, die zuviel verdienen und müssen deswegen von dir Geld abkassieren …“

Siehst du worauf ich hinaus will?

Anstatt Verantwortung zu übernehmen, werden „die Kosten“ als Ausrede benutzt. Das ist wirklich trauriges Marketing.

Mit solchen Formulierungen positionierst du dich als Opfer.

Viele (Einzel)UnternehmerInnen tun das zu oft.

Beispiele gefällig?

„Ich habe ein Jahr an diesem Buch geschrieben. Ich hoffe, ihr wisst das zu schätzen.“

„Ich habe €10.000 und ein halbes Jahr in die Entwicklung dieses Coaching-Programms gesteckt.“

„Bitte unterstützt mich und meine Arbeit. Hier ist der Spenden-Button.“

Siehst du die Gemeinsamkeiten. Mit diesen Sätzen bist DU der Bittsteller.

Du bist das Opfer und der Kunde ist dein Retter – wenn er dir Geld gibt.

Doch die Besucher deiner Website interessiert ehrlich gesagt einen Scheiß

… wie lange du an deinem Buch geschrieben hast.

… wie aufwändig dein Kursprogramm produziert ist.

… wie viel Geld und Arbeit du in ein Projekt gesteckt hast.


Die Menschen wollen nicht dein Retter sein. Ganz im Gegenteil.

Menschen suchen selbst Hilfe und Lösungen.

Sie wollen jemandem folgen und nicht retten. Sie wollen jemanden, der ihnen die Richtung zeigt und eine klare Meinung vertritt.

D.h.: Menschen kaufen beim Richtungsgeber, nicht beim Opfer.

Wenn du also das nächste Mal einen Text, eine Marketing-Botschaft formulierst, dann stell dir selbst die Frage:

„Ist das Opfer-Marketing?“

Chris

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